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Im Experten-Interview

Digitalisierung 2027:
Was Unternehmen jetzt wissen und vorbereiten sollten

Markus Beck | Leiter Digital Service

E-Rechnung, digitale Entgeltakte, KI und automatisierte Geschäftsprozesse – Markus Beck, Leiter Digital Service bei TANTZKY, erklärt, worauf Unternehmen jetzt achten sollten und warum Digitalisierung mehr ist als die Erfüllung gesetzlicher Pflichten.

Das Jahr 2027 rückt näher – und mit ihm wichtige Veränderungen für Unternehmen. Neue Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung und die digitale Führung von Entgeltunterlagen machen deutlich: Die Digitalisierung kaufmännischer und administrativer Prozesse wird zunehmend zur Notwendigkeit.

Doch wie gut sind Unternehmen darauf vorbereitet? Welche gesetzlichen Anforderungen müssen tatsächlich erfüllt werden? Und wie lassen sich notwendige Veränderungen nutzen, um Arbeitsabläufe langfristig effizienter, transparenter und sicherer zu gestalten?

Darüber sprechen wir mit Markus Beck, Leiter Digital Service bei TANTZKY. Seit über 12 Jahren begleitet er mit seinem steitig wachsenden Team rund um die Digital Services, Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und weiß, worauf es bei der Einführung intelligenter Dokumentenmanagementsysteme, automatisierter Workflows und der Integration bestehender IT-Landschaften ankommt.

E-Rechnung

Neue Anforderungen ab 2027

Entgeltakte

Elektronische Unterlagen richtig führen

Automatisierung

KI, Workflows und Integration

01 | Digitalisierung 2027

Was verändert sich für Unternehmen?

TANTZKY FRAGT

Markus, 2027 stehen Unternehmen vor weiteren digitalen Anforderungen. Was verändert sich konkret und warum sollten sie sich bereits jetzt damit beschäftigen?


MARKUS ANTWORTET

Wir sehen aktuell zwei Bereiche, in denen Unternehmen besonders aufmerksam sein sollten: die E-Rechnungspflicht und die elektronische Führung von Entgeltunterlagen.

Bei der E-Rechnung geht es ab Januar 2027 in die nächste Phase. Für zahlreiche Unternehmen wird die Ausstellung strukturierter elektronischer Rechnungen verpflichtend. Gleichzeitig laufen im Personalwesen wichtige Übergangsregelungen aus.

Aus meiner Sicht ist aber nicht allein entscheidend, welche gesetzlichen Fristen gelten. Unternehmen sollten sich vor allem fragen, ob ihre bestehenden Abläufe überhaupt für eine durchgängige digitale Verarbeitung ausgelegt sind.
Denn eine digitale Datei macht noch keinen digitalen Prozess. Wenn Rechnungen oder Personaldokumente zwar elektronisch eingehen, anschließend aber manuell verteilt, geprüft oder abgelegt werden, ist wenig gewonnen.

Genau deshalb empfehle ich, die bevorstehenden Veränderungen als Anlass zu nehmen, bestehende Prozesse grundsätzlich zu überprüfen.


TANTZKY FRAGT

Wie Wie gut sind Unternehmen deiner Erfahrung nach auf diese Veränderungen vorbereitet?


MARKUS ANTWORTET

Das ist sehr unterschiedlich. Einige Unternehmen haben ihre Prozesse bereits weitgehend digitalisiert und können neue Anforderungen relativ einfach integrieren.

Andere arbeiten noch mit einer Mischung aus Papier, E-Mails, Netzlaufwerken und verschiedenen Softwarelösungen. Das funktioniert im Tagesgeschäft oft erstaunlich lange. Sobald aber Informationen systemübergreifend verfügbar sein müssen oder zusätzliche Anforderungen hinzukommen, werden die Schwachstellen sichtbar.

Ein häufiger Irrtum ist, dass Digitalisierung automatisch bedeutet, bestehende Abläufe einfach elektronisch nachzubilden. Dabei lohnt es sich gerade jetzt, die Prozesse neu zu betrachten und unnötige Arbeitsschritte zu vermeiden.

02 | E-Rechnung und digitale Entgeltakte

Was müssen Unternehmen jetzt beachten?

TANTZKY FRAGT

Viele Unternehmen können bereits E-Rechnungen empfangen. Bedeutet das automatisch, dass sie für 2027 gut aufgestellt sind?


MARKUS ANTWORTET

Nein, hier muss man zwischen dem technischen Empfang und einem vollständig digitalen Rechnungsprozess unterscheiden.
Seit 2025 müssen inländische Unternehmen grundsätzlich in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen. Ab 2027 wird nun die Ausstellung für weitere Unternehmen verpflichtend.

Für die technische Umsetzung ist zunächst wichtig, dass die eingesetzten Systeme strukturierte Rechnungsformate wie XRechnung oder ZUGFeRD verarbeiten beziehungsweise erzeugen können.

Ein elektronischer Rechnungseingang allein löst jedoch noch keine organisatorischen Probleme. Was passiert nach dem Empfang? Wer prüft die Rechnung? Wie erfolgt die Freigabe? Werden die Daten automatisch an das ERP-System übergeben? Und wo wird die Rechnung anschließend aufbewahrt?

Hier liegt aus meiner Sicht das eigentliche Potenzial. Mit einem Dokumentenmanagementsystem wie DocuWare lassen sich Rechnungen zentral erfassen, benötigte Informationen auslesen und weitere Bearbeitungsschritte automatisieren. So entsteht aus einer gesetzlichen Anforderung ein effizienterer Rechnungsprozess.

📘 TANTZKY ERKLÄRT: E-Rechnung 2027 –> Für die grundsätzlich erfassten inländischen B2B-Umsätze endet die allgemeine Übergangsfrist zur Ausstellung sonstiger Rechnungen am 31. Dezember 2026. Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von höchstens 800.000 Euro können unter bestimmten Voraussetzungen noch bis Ende 2027 sonstige Rechnungen ausstellen. Daneben bestehen besondere Ausnahmen, etwa für bestimmte Kleinbetragsrechnungen, sowie eine Übergangsregelung für EDI-Verfahren.


TANTZKY FRAGT

Im Personalwesen stehen ebenfalls Veränderungen an. Was hat es mit der digitalen Entgeltakte auf sich und worin unterscheidet sie sich von der digitalen Personalakte?


MARKUS ANTWORTET

Hier ist eine klare Unterscheidung wichtig. Die digitale Personalakte begleitet einen Mitarbeiter idealerweise über den gesamten Beschäftigungszeitraum – von der Bewerbung und Einstellung über die Personalentwicklung bis zum Ausscheiden.

Die digitale Entgeltakte konzentriert sich dagegen auf entgelt- und sozialversicherungsrechtlich relevante Unterlagen. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Nachweise zur Versicherungspflicht, zur Sozialversicherung oder andere prüfungsrelevante Dokumente.

Seit 2022 müssen bestimmte begleitende Entgeltunterlagen elektronisch geführt werden. Unternehmen, die sich bislang auf Antrag davon befreien lassen konnten, müssen berücksichtigen, dass diese Befreiungsmöglichkeit Ende 2026 ausläuft.

Für Unternehmen ist das eine gute Gelegenheit, nicht nur die Pflichtunterlagen zu digitalisieren, sondern ihre gesamte Personaldokumentation sinnvoll zu strukturieren.

Mit einer digitalen Personalakte schaffen wir eine zentrale und kontrollierte Ablage. Berechtigte Mitarbeiter können auf die benötigten Dokumente zugreifen, Vorgänge lassen sich nachvollziehen und wiederkehrende Abläufe automatisieren.

Wichtig ist allerdings, dass eine digitale Personalakte nicht automatisch alle Anforderungen der Entgeltabrechnung oder der elektronisch unterstützten Betriebsprüfung erfüllt. Die entsprechenden Prozesse und Systeme müssen aufeinander abgestimmt sein.

📘 TANTZKY ERKLÄRT: Digitale Entgeltakte –>Die Pflicht zur elektronischen Führung bestimmter begleitender Entgeltunterlagen besteht bereits seit 2022. Eine bewilligte Befreiung kann bis zum 31. Dezember 2026 gelten. Davon zu unterscheiden ist die elektronisch unterstützte Betriebsprüfung (euBP): Für Abrechnungszeiträume ab dem 1. Januar 2027 ist die elektronische Übermittlung der betroffenen Prüfdaten verpflichtend.

👉 Weiterlesen: Digitale Personalakte & HR-Prozesse mit DocuWare – unsere ausführlichen Informationen für Sie zusammengestellt.

TANTZKY FRAGT

Gerade Personaldokumente enthalten besonders sensible Informationen. Worauf sollten Unternehmen bei der Digitalisierung achten?


MARKUS ANTWORTET

Datenschutz und Informationssicherheit spielen hier natürlich eine zentrale Rolle. Nicht jeder Mitarbeiter darf auf jedes Dokument zugreifen. Deshalb braucht es klare Berechtigungsstrukturen und definierte Verantwortlichkeiten.

Ein modernes Dokumentenmanagementsystem ermöglicht es, Zugriffsrechte gezielt zu vergeben und Bearbeitungsschritte nachvollziehbar zu dokumentieren.
Mindestens genauso wichtig sind jedoch organisatorische Fragen: Welche Dokumente werden benötigt? Wie lange müssen sie aufbewahrt werden? Wann sind sie zu löschen? Und welche Prozesse laufen heute noch außerhalb der vorgesehenen Systeme?

Eine gute digitale Lösung berücksichtigt deshalb nicht nur die Technik, sondern auch die tatsächlichen Arbeitsabläufe und datenschutzrechtlichen Anforderungen des Unternehmens.

03 | Digitalisierung über gesetzliche Pflichten hinaus

Welche Chancen bieten KI und Automatisierung?

TANTZKY FRAGT

Markus, du und dein Team begleiten seit vielen Jahren Digitalisierungsprojekte. Wo liegen aus deiner Sicht die häufigsten Stolperfallen?


MARKUS ANTWORTET

Ein häufiger Fehler besteht darin, Digitalisierung ausschließlich als Softwareprojekt zu betrachten. Natürlich benötigen Unternehmen geeignete Systeme. Aber selbst die beste Software bringt wenig, wenn Zuständigkeiten unklar sind oder bestehende Arbeitsabläufe nicht hinterfragt werden.

Wir erleben beispielsweise, dass Dokumente bereits digital vorliegen, anschließend aber ausgedruckt, unterschrieben, wieder eingescannt oder manuell in unterschiedliche Systeme übertragen werden.
Solche Medienbrüche verursachen unnötige Arbeit, verlängern Bearbeitungszeiten und erhöhen das Fehlerrisiko.

Deshalb schauen wir uns zu Beginn eines Projekts immer auch die Abläufe an. Wo entstehen Dokumente? Wer verarbeitet sie? Welche Informationen werden benötigt? Und an welchen Stellen lassen sich Prozesse vereinfachen oder automatisieren? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich eine wirklich passende Lösung entwickeln.


TANTZKY FRAGT

Welche Rolle spielen dabei bestehende ERP-Systeme, automatisierte Workflows und künstliche Intelligenz?


MARKUS ANTWORTET

Eine sehr wichtige. Denn die meisten Unternehmen verfügen bereits über verschiedene Softwarelösungen, die im Tagesgeschäft unverzichtbar sind. Die Herausforderung besteht darin, diese Systeme sinnvoll miteinander zu verbinden.

Nehmen wir den Rechnungseingang: Wenn relevante Informationen automatisch erkannt, mit vorhandenen Daten abgeglichen und anschließend an das ERP-System übertragen werden, entfallen zahlreiche manuelle Arbeitsschritte.

Genau hier ergänzen sich Dokumentenmanagement, Schnittstellen und automatisierte Workflows. Künstliche Intelligenz eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Sie kann beispielsweise Dokumente klassifizieren, Informationen extrahieren und bei der Zuordnung unterstützen. Die fachliche Prüfung und die notwendigen Kontrollen bleiben dabei wichtig.

Entscheidend ist für mich, dass wir Technologien nicht um ihrer selbst willen einsetzen. Sie müssen den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern.

👉 Weiterlesen: Schnittstellen & Integrationen sowie KI im Personalwesen mit DocuWare.


TANTZKY FRAGT

Müssen Unternehmen für diese Entwicklung ihre komplette IT-Landschaft verändern oder können sie auch schrittweise vorgehen?


MARKUS ANTWORTET

Ich halte es für sinnvoll, Digitalisierung schrittweise anzugehen – allerdings mit einem klaren Gesamtkonzept.

Unternehmen müssen nicht sämtliche Prozesse gleichzeitig umstellen. Häufig ist es sogar besser, mit einem konkreten Anwendungsfall zu beginnen, bei dem schnell ein messbarer Nutzen entsteht. Das kann der digitale Rechnungseingang sein, die Einführung einer digitalen Personalakte oder die Automatisierung eines bestimmten Freigabeprozesses. Wichtig ist, dass die gewählten Lösungen später erweitert und in bestehende Systeme integriert werden können.

So entstehen keine neuen Insellösungen, sondern eine digitale Infrastruktur, die mit den Anforderungen des Unternehmens wächst.

04 | Gut vorbereitet auf 2027

Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?

TANTZKY FRAGT

Was sollten Unternehmen bis Ende 2026 unbedingt prüfen und welche Maßnahmen würdest du priorisieren?


MARKUS ANTWORTET

Mein erster Rat ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Unternehmen sollten prüfen, welche gesetzlichen Anforderungen konkret für sie gelten und ob ihre bestehenden Systeme die notwendigen Funktionen bereits unterstützen.

Anschließend würde ich die betroffenen Prozesse betrachten: Wie werden Rechnungen erstellt, empfangen und verarbeitet? Wie organisieren wir Entgeltunterlagen? Wo finden heute noch manuelle Zwischenschritte statt?
Daraus ergibt sich relativ schnell, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht.

Wichtig ist außerdem, die beteiligten Abteilungen frühzeitig einzubeziehen. Finanzbuchhaltung, Personalwesen und IT haben unterschiedliche Anforderungen, müssen aber bei vielen digitalen Prozessen eng zusammenarbeiten.

Und dann braucht es einen realistischen Umsetzungsplan. Wer erst im Dezember beginnt, über notwendige Anpassungen nachzudenken, setzt sich möglicherweise unnötig unter Zeitdruck.


TANTZKY FRAGT

Abschließend eine persönliche Frage: Wenn du Geschäftsführern für 2027 nur eine Empfehlung mitgeben könntest – welche wäre das?

Digitalisieren Sie nicht nur, weil Sie es müssen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Abläufe langfristig besser aufzustellen.

Gesetzliche Anforderungen sind häufig der Auslöser, sich intensiver mit bestehenden Prozessen zu beschäftigen. Der eigentliche Mehrwert entsteht aber, wenn Informationen schneller verfügbar sind, Mitarbeiter von Routineaufgaben entlastet werden und Abläufe transparenter funktionieren.

Es geht nicht darum, möglichst viele neue Technologien einzuführen. Es geht darum, die richtigen Lösungen für die eigenen Anforderungen zu finden.
Und damit sollte man lieber heute beginnen als erst dann, wenn die nächste Frist unmittelbar bevorsteht.

TANTZKY TIPP

In 5 Schritten fit für 2027

DocuWare KI ist zu 100 % transparent: Jede automatisch extrahierte Information kann nachvollzogen, geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Zudem läuft alles nach strengsten Sicherheitsstandards. Unternehmen behalten jederzeit die Kontrolle, während die KI im Hintergrund Routineaufgaben übernimmt. Das schafft Sicherheit und steigert gleichzeitig die Produktivität. 

Und wir bei TANTZKY sorgen dafür, dass diese Transparenz auch beim Kunden ankommt: Wir erklären die Technologie verständlich, beraten offen, begleiten jeden Einführungsschritt und stehen dauerhaft als erfahrener Ansprechpartner zur Seite. So entsteht Vertrauen – nicht nur in die KI, sondern in den gesamten digitalen Prozess.

  • 1. Gesetzliche Anforderungen prüfen:

    Klären, welche Vorschriften und Übergangsfristen für das eigene Unternehmen gelten.

  • 2. Bestehende Prozesse analysieren:

    Manuelle Bearbeitungsschritte, Medienbrüche und doppelte Datenerfassung identifizieren.

  • 3. Systeme und Schnittstellen bewerten:

    Prüfen, ob Rechnungswesen, Personalsoftware, ERP und DMS sinnvoll zusammenarbeiten.

  • 4. Datenschutz und Archivierung berücksichtigen:

    Zugriffsrechte, Aufbewahrungsregeln und sichere Dokumentenprozesse festlegen.

  • 5. Prioritäten setzen und Umsetzung starten:

    Mit einem geeigneten Prozess beginnen und weitere Digitalisierungsschritte aufeinander abstimmen.

Digitalisierung beginnt mit dem richtigen Plan

Ob E-Rechnung, digitale Entgeltakte, intelligente Dokumentenverarbeitung oder automatisierte Workflows: Entscheidend ist, die passenden Lösungen für die eigenen Unternehmensprozesse zu finden. TANTZKY unterstützt Unternehmen dabei, bestehende Abläufe zu analysieren, digitale Potenziale zu erkennen und zukunftsfähige Lösungen mit DocuWare und integrierten Systemen umzusetzen.

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